EMPB-Anforderungen: Ppk ≥ 1,67 — Was Sie wissen müssen
Erstmusterprüfbericht (EMPB/PPAP): Welcher Ppk-Wert wird gefordert? Was unterscheidet EMPB von der Serienfreigabe? Mit Checkliste für den Automotive-Lieferanten.
Der Erstmusterprüfbericht (EMPB) — im Englischen Production Part Approval Process (PPAP) — ist die formale Erstfreigabe eines Bauteils für die Serienproduktion. Ein häufiger Stolperstein: die Verwechslung von Cpk und Ppk.
Warum Ppk, nicht Cpk beim EMPB?
Beim EMPB liegen noch keine Langzeit-Prozessdaten vor. Deshalb verwendet man den Ppk (Prozessleistungsindex), der auf der Gesamt-Standardabweichung basiert — nicht auf der kurzfristigen Untergruppen-Streuung (wie Cpk).
Nach IATF 16949 und VDA 2 gilt: Ppk ≥ 1,67 für die Erstfreigabe.
Stichprobenumfang beim EMPB
Mindestens n = 25 Messwerte für den Fähigkeitsnachweis. Bei PPAP Level 3 werden oft auch n = 50 gefordert — abhängig von der Kundenspezifikation.
EMPB-Checkliste Fähigkeitsanalyse
- [ ] Normalverteilungstest dokumentiert (Shapiro-Wilk oder Anderson-Darling)
- [ ] Ppk-Wert ≥ 1,67 für alle besonders wichtigen Merkmale (Merkmal D/E)
- [ ] Histogramm mit USG/OSG und Normalverteilungskurve
- [ ] Normreferenz im Report (VDA 2 / IATF 16949)
- [ ] Bauteilbezeichnung, Zeichnungs-Revision, Prüfmerkmal
- [ ] Datum und Prüfer
- [ ] Freigabe-Unterschrift
Häufige EMPB-Abweichungen
"Cpk statt Ppk": Kunden lehnen EMPB-Berichte ab, wenn Cpk statt Ppk angegeben ist. Die Unterscheidung ist formell wichtig.
"Normalverteilungstest fehlt": Ohne dokumentierten Test ist die Fähigkeitsanalyse nach VDA 5 nicht normkonform — auch wenn der Ppk-Wert gut ist.
"n < 25": Mit weniger als 25 Messwerten ist die statistische Aussagekraft zu gering. Einige Kunden fordern explizit n ≥ 50.
Fazit
Für den EMPB gilt: Ppk ≥ 1,67 mit dokumentiertem Normalverteilungstest und druckfertigem Report. CmkRechner berechnet Ppk automatisch und integriert alle Pflichtangaben im PDF-Report.
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