Grundlagen5 Min. Lesezeit

Cpk vs. Ppk — Unterschied und wann welcher Wert gilt

Cpk und Ppk sind mathematisch ähnlich, aber konzeptionell verschieden. Der Unterschied liegt in der verwendeten Standardabweichung.

Der entscheidende Unterschied: Welche Standardabweichung?

Sowohl Cpk als auch Ppk verwenden dieselbe Grundformel, unterscheiden sich aber in der Art der Standardabweichung:

Cpk

Kurzfristige Fähigkeit

Cpk = min(OSG−x̄, x̄−USG) / (3×s̄/c₄)

s̄ = mittlere Untergruppen-SD

  • Bewertet inhärente Prozessfähigkeit
  • Untergruppen-Standardabweichung
  • Serienbetrieb: Cpk ≥ 1,33

Ppk

Langfristige Leistung

Ppk = min(OSG−x̄, x̄−USG) / (3×s)

s = Gesamt-Standardabweichung

  • Bewertet tatsächliche Prozessleistung
  • Gesamtstandardabweichung über alle Daten
  • EMPB/PPAP: Ppk ≥ 1,67

Wann gilt Cpk, wann Ppk?

SituationKennwertMindestwert
Maschinenabnahme (MFU)Cmk≥ 1,67
Serienbetrieb (laufend)Cpk≥ 1,33
Erstmuster (EMPB/PPAP)Ppk≥ 1,67
ProzessvalidierungPpk≥ 1,33 bis ≥ 1,67

Typische Fehler

  • Ppk statt Cpk im Serienbetrieb: Ppk fällt bei instabilen Prozessen deutlich niedriger aus als Cpk — wer Ppk statt Cpk im Seriennachweis verwendet, macht den Nachweis strenger.
  • Cpk statt Ppk bei der EMPB: Kunden und Auditoren fordern für die EMPB explizit Ppk. Cpk-Werte werden hier nicht akzeptiert.
  • Verwechslung von Cp und Cpk: Cp ist der zentrierte Index (nur Streuung), Cpk berücksichtigt zusätzlich die Lage des Mittelwerts. Immer Cpk — nie nur Cp — als Freigabekriterium verwenden.

Praxisregel

Wenn Sie sich merken müssen: Ppk bei der ersten Lieferung (EMPB), Cpk im laufenden Betrieb. CmkRechner berechnet beide Kennwerte automatisch in einem Schritt.

Cpk, Ppk und alle weiteren Kennwerte online berechnen:

Zum kostenlosen Rechner