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Normalverteilungstest vor der Cpk-Berechnung — Warum er Pflicht ist

Shapiro-Wilk vs. Anderson-Darling: Welcher Test für welchen Stichprobenumfang? Wie interpretiert man den p-Wert? Wie dokumentiert man für den Audit?

Warum ist der Normalverteilungstest Pflicht?

Die Cmk/Cpk-Formel gilt mathematisch nur für normalverteilte Daten. VDA 5 (Abschnitt 4.3) und DIN ISO 22514 schreiben daher explizit vor: Vor der Berechnung von Fähigkeitskennwerten ist die Normalverteilung statistisch zu prüfen und das Ergebnis zu dokumentieren.

Wird dieser Schritt im Audit übersprungen, gilt die Fähigkeitsanalyse als nicht normkonform — selbst wenn der Cmk-Wert rechnerisch korrekt ist.

Shapiro-Wilk vs. Anderson-Darling

TestStichprobengrößeStärke
Shapiro-Wilkn ≤ 50Beste Teststärke bei kleinen n — empfohlen für Maschinenfähigkeit
Anderson-Darlingn > 50Robust für mittlere und große Stichproben
Kolmogorov-SmirnovBeliebigWeniger sensitiv, veraltet — nicht mehr empfohlen nach VDA 5

p-Wert-Interpretation

  • p > 0,05: Normalverteilung kann nicht abgelehnt werden → Cmk/Cpk-Berechnung zulässig ✓
  • p < 0,05: Signifikante Abweichung von der Normalverteilung → Cmk/Cpk-Formel nicht direkt anwendbar

Bei p < 0,05 sind Alternativen zu prüfen: Box-Cox-Transformation, nicht-parametrische Fähigkeitskennwerte (Pp/Ppk auf Basis von Perzentilen) oder eine inhaltliche Ursachenanalyse (bimodale Verteilung, Ausreißer).

Dokumentation für den Audit

Der Audit-Report muss für den Normalverteilungstest mindestens enthalten:

  • Name des verwendeten Tests (Shapiro-Wilk / Anderson-Darling)
  • Berechnete Prüfgröße (W-Statistik / A²-Statistik)
  • p-Wert
  • Interpretation (normalverteilt: ja/nein)
  • Schlussfolgerung für die Fähigkeitsberechnung

CmkRechner führt den Test automatisch durch und integriert alle Punkte in den PDF-Report.

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